Sonntag, 16. Dezember 2012

Der Glaube an das Morgen

Die Regeln der Gesellschaft verändern sich und die Hemmschwellen von Toleranz und der fehlende Respekt gegenüber andersdenkenden Menschen und deren Ansichten über Politik, Religion oder Lebensplänen sinken rapide. Die Übergriffe auf Polizeibeamte, Rettungssanitäter, Lehrer, Obdachlose und älteren Mitmenschen häufen sich und werden das Ziel einer kleinen brutalen intoleranten Gruppe von Personen, die sich weder um Recht, Gesetz oder gegenseitigen Respekt scheren. Fundamentale Regeln des gesellschaftslichen Anstands werden außer Kraft gesetzt, ignoriert und durch neue, eigene Regeln, das des Stärkeren ersetzt.

Ein Teil dieser Personen sind desillusionierte Jugendliche und Erwachsene, die sich in der Mitte der Gesellschaft nicht mehr willkommen und  ausgegrenzt fühlen. Obwohl Respektlosigkeit, Intoleranz und Gewaltbereitschaft keine Frage der Hautfarbe oder Religion ist, sind gerade jugendliche Zuwanderer mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich oft in der Kriminalstatistik unseres Landes vertreten. Ein Grund ist, das diese Jugendlichen sich ausgegrenzt fühlen, bei Bewerbungen wesentlich häufiger aussortiert werden und generell schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben als andere. Der Schritt in die Kriminalität, durch die voraus gegangene Ablehnung, ist dann nur noch eine Frage der Zeit, da ihnen dort der Respekt entgegengebracht wird, der sich an der Dicke ihrer Strafakte bemißt.

Aber auch Erwachsene, die als Vorbild ihrer Kinder dienen, benehmen sich, als hätten sie nie eine anständige Erziehung genossen und gebärden sich wie Neandertaler, wenn es um das finden von freien Parkplätzen geht oder auf dem Sportplatz, wenn die favorisierte Mannschaft verliert. Wie viele Erwachsene halten einen anderen Menschen noch die Tür auf, wer hat ein nettes Wort oder ein Lächeln für sein Gegenüber übrig oder bietet seine Hilfe an, wenn diese offensichtlich vonnöten ist?

Das eigene Wohlwollen und der eigene Profit bestimmt für einen Teil der Menschen das eigene fortkommen. Wer schwach oder anders ist, der wird zertreten, gemobbt oder schlimmstenfalls umgebracht. Der allgemeine Autoritätsverlust ist längst in allen Ebenen angekommen, wird gelebt und gepflegt und ist ein zentraler Ankerpunkt, warum wir immer mehr gegeneinander sind als miteinander. Durch schlechte Vorbilder von Egomanen und Narzisten im Bankwesen, das räuberische und gnadenlose Vorgehen von kapitalistischen Heuschrecken und dem fehlenden Bewußtsein etwas unrechtes getan zu haben, werfen ihre Schatten auf die Gesellschaft und spiegeln ein falsches Leben ohne Konsequenzen vor, das die Allgemeinheit glaubt, das wäre in Ordnung so und ist erlaubt.

Doch so ist es nicht überall und jeder Einzelne von uns ist selbst gefordert, das zu ändern und zu zeigen, das es auch anders geht. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer, die dort in die Lücke springen, wo der Staat versagt, wird Menschen geholfen, die alleine nicht für sich selbst stehen können. Dort, wo couragierte Menschen sich einmischen und dazwischen gehen, oft auch unter Einsatz ihres Lebens, zeigen sie, das es sich lohnt, sich für den Nebenmann einzusetzen. Dort, wo jeder bereit ist, Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, können die Weichen für die Zukunft gestellt werden und der Gesellschaft, in der wir leben, eine neue Richtung geben.

Wir können als Einzelne nicht die Welt verändern. Dies gelingt nur gemeinsam und fängt in der eigenen Familie und in der Nachbarschaft an. Dort finden wir die Mitte der Gesellschaft, in der wir leben wollen und dort können wir helfen, uns zusammenschließen und wenn es sein muß, ganze Berge bewegen.

Das Jahr 2012 nähert sich mit schnellen Schritten seinem Ende und das Jahr 2013 erwartet uns, sofern der Mayakalender einen Fehler in der Berechnung aufweist. Nutzen Sie den Start in das neue Jahr und beginnen Sie mit der Veränderung in ihrem Mikrokosmos, damit der Verfall der allgemeinen anerkannten Werte der Gesellschaft, die Toleranz und der Respekt vor anderen Menschen nicht verloren gehen.

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