Freitag, 8. Februar 2013

Der Tod und das virtuelle Leben danach

Nur wenige Menschen wissen, was mit den Internet-Hinterlassenschaften von Verstorbenen passiert und ist aufgrund der „jungen Neuen Medien“, auch wenn diese schon seit Mitte der 90`ziger existieren, bis jetzt auch wenig relevant geworden.

Der sogenannte digitale Nachlass betrifft auch eher die jüngere Generation, welche jetzt circa 35-40 Jahre alt sind und manchmal viel zu früh aus der Mitte des Lebens gerissen werden. Natürlich gibt es mittlerweile auch Senioren, die das Internet entdeckt haben und diese Gruppe ist von der Problematik ebenfalls betroffen, jedoch nicht so stark wie der Jahrgang der späten 70`ziger und 80´ziger Jahre aus dem letzen Jahrhundert.

Die meisten Internetnutzer eröffnen unzählige digitale Accounts im Web, sei es bei Facebook, Ebay, Webmailer, Cloud oder in diversen Foren. Kommt es nun zu dem Fall, dass ein Internetnutzer verstirbt, sind oft die Angehörigen gefragt, sich mit dem digitalen Nachlaß zu beschäftigen und sich um die Daten und aktiven Online Zugänge zu kümmern. Doch je intensiver ein Verstorbener das Internet genutzt hat, um so schwerer wird es für den Hinterbliebenen, die Spuren im World Wide Web zu schließen oder ganz zu entfernen.

Erst seit wenigen Jahren beschäftigen sich Juristen mit dieser Thematik und eine richtige Rechtsprechung existiert leider bis jetzt kaum, was ja, wie anfänglich schon erwähnt, auch erst ein junges Problem darstellt. Per Gesetz obliegt es dem rechtmäßigen Erben, den digitalen Nachlaß des Verstorbenen zu regeln, sofern der Verstorbene nicht schon zu Lebzeiten es anders verfügt hat. Letzteres ist eher selten der Fall. Der Jurist nennt das die „Gesamtrechtsnachfolge“ und dazu gehört auch das digitale Vermächtnis, was wohl jeder von uns mittlerweile angehäuft haben dürfte.

Überprüfen Sie doch einmal selbst anhand einer Liste, wo und wie viele Emailaccounts Sie haben, bei welchen Firmen Sie schon Online bestellen und ein Kundenlogin haben oder in wie vielen Foren Sie tätig sind. Sie werden erstaunt sein, wie lang die Liste plötzlich wird.

Doch was erbt denn nun der Angehörige?

Finanziell kann es sich sogar auszahlen für den Betreffenden. Der Erbe erhält zum Beispiel die Urheberrechte von Texten und Fotos, die von dem Verstorbenen im WORLD WIDE WEB hinterlassen worden sind, zeitgleich auch die Persönlichkeitsrechte des Toten. Damit können auch Internetdomains in den Erbbesitz gelangen, die vielleicht ein kleines Vermögen wert sind oder eben das Recht am Bild oder dem Musikstück, dem Tantieme geschuldet werden. Vielleicht erben Sie aber auch eine Festplatte von strafrechtlichen Hinterlassenschaften z.B. weil der Verstorbene ein Doppelleben führte und ein führendes Mitglied eines Kinderpornorings war, dann haben Sie als Erbe all diese Daten im Besitz und was passiert nun?

Grundsätzlich hat der Erbe ein Anrecht auf sämtliche Hardware des Verstorbenen. Zudem gehen allerdings auch alle Verträge mit Onlinediensten, ob kostenpflichtig oder nicht, in seinen Besitz über. Dies betrifft nicht nur einen Medienspeicher in der „Cloud", die manche von Ihnen vielleicht nutzen, sondern auch Emailkonten und Zugänge bei sozialen Netzwerken. Wichtig ist bei diesen Dingen, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Dienste aufmerksam zu lesen, denn wenn nichts anderes vereinbart oder angegeben wurde, gilt der so genannte Primärdienstleistungsanspruch. Das ist ein langes Wort und bedeutet nichts anderes, als das Sie das Recht haben auf die vollständige Herausgabe aller Daten!

Ein wichtiger Bestandteil des digitalen Nachlasses ist zum Beispiel der Zugang zu einem Emailaccount. Rechtlich ist bis jetzt noch nicht eindeutig geklärt, ob der Erbe das Recht auf die Öffnung dieses Kontos hat, weil nämlich auch post mortem ( nach dem Tode) der Verstorbene ein Recht auf Persönlichkeitsschutz genießt. Die gängige Interpretationslage ist jedoch, wer den Nachlass erbt, übernimmt Vermögen, aber auch die Schulden des Verstorbenen. Um also überhaupt erst einmal Vertragsverhältnisse klären zu können, sofern diese digital in Kraft getreten sind, muß der Erbe den Zugriff auf einen Emailaccount bekommen, um die digitale Korrespondenz sichten zu können. Denn wenn der Verstorbene möglicherweise offene Rechnungen bei Online Bestellungen hinterlassen hat, ist das für den Erben gut zu wissen, denn dieser hat diese gesetzlich übernommen und muß diese somit tilgen. Vielleicht führte der Verstorbene aber auch selbst einen Onlineshop, dann muß der Erbe wissen, was bezahlt wurde, wer welche Waren bekommt, bzw. der ganze geschäftliche Rattenschwanz des Verstorbenen muß lückenlos aufgeklärt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden. Denn als Erbe sind Sie derjenige, an den sich die Menschen wenden werden und wehe Ihnen, Sie wissen nichts von Ihrem unverhofften digitalen Erbe, dann stecken Sie in Schwierigkeiten und diese sind dann mitnichten nur digital.

Sie sehen, die neuen Medien und unsere Hinterlassenschaften werfen viele Fragen auf, um deren Antworten wir uns kümmern müssen. Die Pflicht obliegt den Angehörigen, doch wer selbst schon jemals einen menschlichen Verlust verkraften mußte, weiß, dass man mit ganz anderen Sorgen geplagt wird, als sich um den digitalen Nachlass zu kümmern. Damit Sie als Hinterbliebener mit Ihren Problemen nicht alleine stehen, gibt es Profis die in solchen Fällen helfen können und somit etwas von der schweren Bürde die Sie zu tragen haben, abnehmen können. Natürlich ist das eine Dienstleistung und es kostet Geld, doch im Gegensatz zu dem was Sie erwarten könnte, ist das nur ein sehr kleiner Preis den Sie zahlen.

In einem weiteren Artikel über den digitalen Nachlaß wird die Detektei Schütt in der nächsten Woche berichten, dort vertiefen wir dann das Thema und zeigen Ihnen auf, wie Sie die Problematiken durch einen externen Dienstleister, wie wir es sind, umgehen können. Sollten Sie jetzt schon Fragen haben, wenden Sie sich bitte über die Webaddresse www.detektei-schuett.de an uns und wir werden Ihnen gernAuskunft geben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen