Sonntag, 30. Juni 2013

Krank und trotzdem unterwegs...


"Einem Kranken kann es nicht helfen, daß er in einem goldenen Bett liegt"

Wissen Sie als Arbeitgeber eigentlich was der Arbeitnehmer tun darf, wenn er krankgeschrieben ist?

Grundsätzlich gilt, so argumentieren die Arbeitsgerichte, die sich vielfach mit diesem Thema beschäftigen müssen, dass ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer während seiner Ausfallzeit dafür Sorge tragen muss, dass er die Arbeitsunfähigkeit schnellstmöglich überwindet. 

Was der Arbeitnehmer alles tun darf, kommt aber immer auf die vorliegende Krankheit an.

Als Beispiel sei hier das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern angeführt, das in einem vorliegenden Fall eine Entscheidung treffen mußte.

Der Arbeitnehmer, um den es ging und Klage gegen seinen Arbeitgeber führte, hatte, während er krankgeschrieben war ein Vorstellungsgespräch bei einem anderen Betrieb wahrgenommen. Das erfuhr der Arbeitgeber und schickte diesem sofort eine außerordentliche Kündigung zu. Doch das
LAG entschied, das dem Arbeitnehmer, trotz Krankheit aus rechtlicher Sicht kein Vorwurf zu machen war. Seine Krankheit beschränkte sich aus der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit seines rechten Armes und er hatte die Auflage, seinen Arm nicht zu belasten und alles zu unterlassen, was eine Genesung nicht förderlich ist. Da bei einem Vorstellungsgespräch, jedoch nichts geschah, was der Genesung entgegenwirkte oder seinen Arm schädigte, war die Kündigung unwirksam. Auch die Tatsache, dass sich der Betroffene vom Betrieb wegbewerben will, innerhalb seiner Krankheit, rechtfertigt alleine keine Kündigung. (Urteil vom 5.3.2013, Az. 5 Sa 106/12).

Seine Rechtsposition wird durch Artikel 12 des Grundgesetzes abgesichert, der gewährleistet, dass man sich seinen Arbeitsplatz frei auswählen darf. Dies gilt generell auch bei kranken Arbeitnehmern.

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